Erste Hilfe Tipps

Hier finden Sie allgemeine Tipps für die Erste Hilfe, aber auch einige Fallbeispiele. Sie können Ihr Wissen noch einmal auffrischen und alles Wichtige nachlesen.

Die Tipps sind unterteilt in Allgemeine Fragestellungen und in Fallbeispiele.

Allgemeine Fragestellungen

Absichern einer Unfallstelle

Gerade bei Unfällen im Straßenverkehr müssen Helfer auf ihre eigene Sicherheit achten und auch auf die Sicherheit aller anderen Personen. Unfallbeteiligte können unter Schock stehend auf die Fahrbahn laufen ohne auf den nachfolgenden Verkehr zu achten. Daher ist die Absicherung der Unfallstelle die erste Maßnahme, die vom Ersthelfer durchgeführt wird. Und so gehen Sie vor:

  • Wenn Sie sich mit dem Auto einer Unfallstelle nähern, schalten Sie das Warnblinklicht an und bremsen Sie stotternd ab, um die nachfolgen Verkehrsteilnehmer zu warnen.
  • Sie stellen Ihr Fahrzeug mit einem Sicherheitsabstand von etwa 10-15 Meter vor der Unfallstelle am rechten Fahrbahnrand ab, so dass Sie nachts mit Ihrem Abblendlicht die Unfallstelle beleuchten können.
  • Denken Sie an Ihre eigene Sicherheit und ziehen Sie zunächst eine Warnweste über bevor Sie Ihr Fahrzeug verlassen.
  • Nehmen Sie Ihr Warndreieck aus dem Fahrzeug und gehen Sie mit hochgehaltenem Warndreieck dem Verkehr entgegen.
  • Stellen Sie das Warndreieck in einem angemessenen Abstand gut sichtbar am rechten Fahrbahnrand auf. Halten Sie folgende Weiten ein:
    • 200 m auf Autobahnen
    • 100 m auf Landstraßen
    • 50 m in Ortschaften

An unübersichtlichen Stellen wie etwa in Kurven oder hinter Bergkuppen vergrößern Sie den Abstand entsprechen.

  • Den nachfolgenden Verkehr warnen Sie mit Handzeichen. Wenn Sie eine Warnblinkleuchte haben, platzieren Sie diese zwischen dem Warndreieck und der Unfallstelle.
  • Sie können weitere Verkehrsteilnehmer auffordern Ihnen bei der Ersten Hilfe an der Unfallstelle zu helfen.

Denken Sie daran, wenn vor Ihnen ein Unfall ist und sich dadurch ein Stau gebildet hat, sorgen Sie dafür, dass Rettungsfahrzeuge ungehindert an Ihnen vorbei kommen und bilden Sie eine Rettungsgasse. Auf Landstraßen und in Ortschaften fahren und halten Sie rechts auf der rechten Spur. Auf Autobahnen bilden Sie zwischen der mittleren und der linken Spur die Rettungsgasse.

 

Der Notruf: 112

Der Notruf sollte zeitnah abgesetzt werden und wichtig ist es dabei Ruhe zu bewahren, langsam laut und deutlich zu sprechen und klare Angaben zu machen. Beenden Sie den Notruf erst, wenn die Gegenseite keine Fragen mehr hat. Sie sollten folgen Fragen beantworten können:

Wo ist es passiert?   Exakte Ortsangabe machen
Was ist passiert?   Erkrankung – Feuer – Schlägerei – Verkehrsunfall
Wie viele Personen sind betroffen?   Das ist wichtig für die Anzahl der Rettungsmittel (z. B. Fahrzeuge)
Welche Symptome liegen vor?    Das ist wichtig für den Einsatz der Rettungsmittel
Warten auf Rückfragen!  Der Leitstellendisponent beendet das Gespräch, wenn er alles verstanden hat.

 

Herz-Lungen-Wiederbelebung

Das menschliche Herz ist die Pumpe, die den Blutkreislauf aufrechterhält. Durch das Blut wird der Körper mit Sauerstoff versorgt. Funktioniert das Herz nicht, besteht Lebensgefahr und die Herz-Lungen-Wiederbelebung muss sofort beginnen. Um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen, muss dafür gesorgt werden, dass Sauerstoff in die Lungen kommt durch Beatmung der Person und dass dieser durch den Körper transportiert wird mittels der Druck-Massage des Herzens.

Voraussetzungen schaffen:

  • Betroffenen auf eine harte Unterlage legen
  • Betroffenen flach auf den Rücken legen
  • Oberkörper von Kleidung befreien (Kleidung hochschieben oder aufreißen bzw. aufschneiden)
  • Achten Sie darauf, dass der Kopf überstreckt ist und damit die Atemwege frei sind
  • Druckpunkt an der Mitte des Brustbeins im unteren Drittel suchen.
  • Den Handballen der einen Hand drauflegen und die andere Hand auf die erste Hand legen. Für die Herz-Druck-Massage die Arme durchstrecken und den Brustkorb bei Erwachsenen 5-6 cm tief eindrücken. Die Druckfrequenz beträgt 100 – 120-mal pro Minute.

Durchführung:

  • Mit der Herz-Druck-Massage beginnen und 30-mal drücken
  • 2-mal beatmen
  • 30-mal drücken
  • 2-mal beatmen
  • Ein Helferwechsel sollte möglichst alle 2 Minuten erfolgen
  • Achten Sie darauf, ob allgemeine Lebenszeichen wieder einsetzen
  • Setzen Sie die Herz-Lungen-Wiederbelebung solange fort bis Fachpersonal Sie ablöst
    oder ein Arzt die Herz-Lungen-Wiederbelebung für beendet erklärt

 

Rettungskette

Im Notfall z. B. bei einem Autounfall kann es einige Minuten dauern, bis die Rettungskräfte vor Ort sind. Aus diesem Grunde ist es wichtig über die Rettungskette informiert zu sein und diese einzuhalten. Die Rettungskette umfasst folgende Schritte:

  • Unfallstelle absichern und sich einen Überblick verschaffen
  • Retten verletzter Personen aus dem Gefahrenbereich
  • Absetzen des Notrufes
  • Erste Hilfe: lebensrettende Maßnahmen
  • Erste Hilfe: weitere Maßnahmen
  • Transport vom Unfallort in ein Krankenhaus
  • Ärztliche Versorgung

Zunächst ist die Unfallstelle zu sichern. Dazu müssen Ersthelfer auch immer auf sich selber achten. Sie tragen in jedem Fall eine Warnweste, über die jedes Fahrzeug verfügt. Wenn die Unfallstelle gesichert ist, werden verletzte Personen aus dem Gefahrenbereich gebracht. Wenn Sie das nicht allein schaffen, holen Sie sich Hilfe. Auf Straßen sind meist weitere Verkehrsteilnehmer unterwegs, die Sie zur Mithilfe animieren können.

Die Erste Hilfe beginnt mit den Sofortmaßnahmen. Diese sind:

  • Wiederbelebung
  • Stillen lebensbedrohlicher Blutungen
  • Stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit mit Atmung
  • Schockbekämpfung

Erst wenn diese Maßnahmen durchgeführt worden sind, versorgen Sie kleinere Wunden und betreuen die Verletzten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.

 

Wie helfe ich richtig?

  • Ruhe bewahren
  • Grundsätzlich: Erkennen – Überlegen – Handeln
  • Eigenschutz beachten
  • Physische und psychische Erste Hilfe leisten
  • Hemmschwellen überwinden – Hilfe leisten
  • Kontaktaufnahme – kommunizieren – Vorsicht bei Körperkontakt
  • Abschirmen des Betroffenen – Betreuung – Wärmeerhaltung
  • Lebensgefahr erkennen durch Sauerstoffmangel

 

Fallbeispiele

 

Bauchverletzungen

Bauchverletzungen werden unterschieden in stumpfe, d.h. geschlossene Verletzungen und offene Verletzungen. Geschlossene Bauchverletzungen treten auf Grund von stumpfer Gewalt wie etwa bei Unfällen, Schlägereien und Misshandlungen auf. Sie sind von außen nur schwer erkennbar. Daher wird die Gefahr von inneren Blutungen häufig unterschätzt.

Anders bei offenen Bauchverletzungen durch Pfählungs-, Schuss- oder Stichverletzungen, die leicht zu erkennen sind.

Erkennungsmerkmale:

  • Starke Bauchschmerzen und eine gespannte Bauchdecke
  • Der Betroffene nimmt meist bereits von selbst eine Schonhaltung ein
  • Sichtbare äußere Verletzungsanzeichen und Prellmarken
  • Eventuelle Schockmerkmale

Maßnahmen:

  • Den Betroffenen beruhigen, zudecken vor Zuschauern abschirmen
  • Den Betroffenen in eine bauchschonend Lagerung bringen, möglichst mit etwas erhöhtem Oberkörper und leicht angewinkelten Knien
  • Rauchen, Alkohol und Nahrungsaufnahme verbieten und den Verletzten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes liegen lassen und betreuen
  • Den Notruf absetzen
  • Weitere Maßnahmen ergreifen nach Zustand des Verletzten
  • Abdecken der Wunde

 

Bewegungsapparat

Der Stütz- und Bewegungsapparat des Körpers besteht aus dem Skelett, den Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern. Zusammen sorgen sie dafür, dass sich der Mensch aufrecht halten und bewegen kann.

Das Knochenskelett

Das Skelett besteht aus etwa 200 einzelnen Knochen, die durch Knorpel oder Bänder mit einander verbunden sind. Die Knochen üben eine Doppelfunktion aus. Zum einen schützen sie wichtige und empfindliche Organe von Gewalteinwirkung von außen. Beispiele: Das Gehirn wird vom Schädelknochen umschlossen, das Rückenmark von der Wirbelsäule und die Lunge vom Brustkorb.

Zum anderen sorgen sie passiv für die Fortbewegung des Körpers. Von Muskeln und Sehnen betätigt, sorgen sie für die Bewegung einzelner Körperteile, wie z.B. das Heben eines Armes oder das Drehen des Kopfes.

Die Gelenke

Als Gelenke werden die beweglichen Verbindungen zwischen den Knochen bezeichnet. Die zusammentreffenden Knochen sind jeweils von einer Knorpelschicht überzogen und durch einen schmalen Gelenkspalt voneinander getrennt, in dem sich Gelenkschmiere befindet. Das Gelenk wird durch die Gelenkkapsel zusammengehalten und nach außen abgeschlossen.

Muskeln, Sehnen, Bänder

Mit Muskeln sind die hauptsächlich die Skelettmuskeln gemeint. Sie werden durch Befehle des Gehirns willentlich angesprochen und damit angespannt oder entspannt. So steuert das Gehirn die Bewegungen des Körpers. Über die Sehnen sind die einzelnen Muskelgruppen an den Knochen befestigt. Sie bestehen aus zugfesten Fasern und halten dadurch z.T. sehr hohe Belastungen aus. Bänder, deren Aufbau den Sehnen gleicht, verbinden einzelne Knochen miteinander und verstärken die Gelenke, um ihnen mehr Stabilität zu geben.

Verletzungen des Bewegungsapparates

Die meisten Verletzungen des Stütz- und Bewegungsapparates entstehen durch äußere Gewalteinwirkungen wie z.B. einen Stoß, einen Aufprall oder einen Schlag. Aber auch einfaches Umknicken im Alltag kann eine Knochen- oder Bandverletzung zur Folge haben.

Man unterscheidet dabei zwischen Knochenbrüchen, Gelenkverletzungen und Muskelverletzungen.

 

Bewusstlosigkeit

Erkennungsmerkmale:

  • Person ist nicht ansprechbar
  • Reagiert weder auf Ansprechen noch auf Anfassen
  • Schlaffe Muskulatur, einem Tiefschlaf vergleichbar

Maßnahmen:

  • Überprüfung der Atmung durch „Lebensrettenden Handgriff“ – es besteht akute Lebensgefahr, wenn wegen der erschlafften Muskeln im Rachenraum die Atemwege nicht frei sind
  • Notruf absetzen unter 112 und den Rettungsdienst und einen Notarzt verständigen
  • Atmet die Person auch nach dem lebensrettenden Handgriff nicht, mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen
  • Wenn die Atmung funktioniert, Person in die stabile Seitenlage legen und ggf. den Mund leeren
  • Mund immer nach unten legen, damit bei Erbrechen die Atemwege frei bleiben
  • Person zudecken und bewachen/betreuen bis der Rettungsdienst eingetroffen ist

 

Fremdkörper im Auge

Erkennungsmerkmale:

  • Fremdkörper unter dem Augenlid führ zu einer Reizung der Bindehaut
  • Fremdkörper können Staubteilchen, Insekten, Ruß o. ä. sein
  • Brennender Schmerz, das Auge ist gerötet und fängt an zu tränen
  • In seltenen Fällen können Sehstörungen die Folge sein

Maßnahmen:

  • Auge nicht reiben, das verschlimmert nur die Symptome
  • Bei Staubteilchen, Insekten o. ä. den Betroffenen bitten nach unten zu schauen und dann das Oberlid vorsichtig über das Unterlid ziehen und langsam abstreifen lassen
  • Der Fremdkörper wird von den Wimpern des Unterlides abgewischt
  • Ist der Fremdkörper unter den Unterlid, wird das Unterlid etwas nach unten gezogen und mit einem sauberen Tuch vorsichtig zur Nase hin gewischt. Wird keine Verbesserung erreicht, ist ein Augenarzt aufzusuchen
  • Bei Fremdkörpern aus hartem Kunststoff, Glas, Holz oder Metall darf das Auge nicht angefasst oder behandelt werden
  • Das Auge mit einer keimfreien Wundauflage versehen und beide Augen mit einem Dreiecktuch verbinden. Nur mit dem Verbinden beider Augen ist eine Ruhigstellung des betroffenen Auges sichergestellt und eine Schmerzlinderung kann erreicht werden
  • Den Betroffenen zu einem Augenarzt bringen
  • Betroffenen betreuen und auf keinen Fall allein lassen

 

Fremdkörper in den Atemwegen

In der Regel kommt es während des Essens zu diesem Notfall. Zu hastiges Essen, gleichzeitiges Sprechen oder Lachen oder einfaches Verschlucken eines Bonbons können Ursache sein. Bei Kleinkindern kommt es häufig vor, dass diese gerade in den ersten Lebensjahren alles Mögliche in den Mund nehmen von Bausteinen über Geldstücke bis hin zu Murmeln und anderen kleinen Gegenständen.

Erkennungsmerkmale:

  • Typische Situation: plötzlich während des Essens einsetzend
  • Betroffener greift sich instinktiv an den Hals
  • Husten mit Atemnot, eventuell Würgereiz
  • Pfeifende Atemgeräusche
  • Bläuliche Gesichtsfärbung

Maßnahmen:

Betroffener kann husten:

  • Ermutigen Sie den Betroffenen weiter zu husten
  • Lagerung bei Atemnot mit erhöhtem Oberkörper
  • Notruf absetzen

Betroffener kann nicht mehr husten (Erstickungsanzeichen):

  • Notruf absetzen
  • Betroffener lehnt sich mit dem Oberkörper nach vorn – Helfer klopft mehrmals mit der flachen Hand kräftig zwischen die Schulterblätter des Betroffenen
  • Bringt das keinen Erfolg, wird durch den Helfer eine Oberbauchkompression durchgeführt. Der Helfer steht dabei hinter dem Betroffenen und bildet mit einer Hand eine Faust und legt sie unterhalb der Rippen und das Brustbein des Betroffenen. Mit der anderen Hand greift er die Faust und zieht dann ruckartig kräftig gerade nach hinten zu seinem Körper. Bei Bedarf soll das Manöver bis zu 5-mal durchgeführt werden. Nach jeder Durchführung überprüft der Helfer, ob der Fremdkörper sich schon gelöst hat.
  • Bei erfolgreicher Anwendung den Betroffenen anschließend mit erhöhtem Oberkörper lagern und betreuen bis der Rettungsdienst eintrifft.
  • Bei Einsetzen der Bewusstlosigkeit sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen.

 

Gelenkverletzungen

Gelenkverletzungen können Verdrehungen oder Verstauchungen sein. Bei einer Verstauchung werden die Gelenkteile durch Gewalteinwirkung kurzzeitig aus ihrer normalen Position verschoben. Durch das gleichzeitige Überdrehen der Gelenkkapsel werden häufig auch Bänder und Blutgefäße in Mitleidenschaft gezogen.

Verrenkung:

Bei einer Verrenkung werden die Gelenkteile aus ihrer Normalposition verschoben, nur mit dem Unterschied, dass sie nicht mehr in ihre gewohnte Position ‚zurückspringen‘, sondern in der abnormen Stellung verbeiben. Hierbei kann es zusätzlich zu erheblichen Verletzungen de Kapsel-Band-Apparates kommen. Die Symptome gleichen denen der Verstauchung, nur dass eine offensichtlich Fehlstellung des Gelenks sowie starke Bewegungseinschränkungen hinzukommen.

Achtung: Verrenkungen dürfen nur vom Arzt wieder eingerenkt werden!

Maßnahmen:

  • Eine exakte Diagnose der Gelenkverletzung ist meist nicht möglich. Daher muss der Verletzte unbedingt zum Arzt, um die genaue Verletzung zu klären.
  • Auf keinen Fall dürfen ausgerenkte Gelenke vom Laien wieder eingerenkt werden.
  • Das Gelenk sollte möglichst nicht mehr belastet, sondern ruhig gestellt werden.
  • Sofort kühlen. Das und eine erhöhte Lagerung können zur Linderung der Schmerzen und der Schwellung beitragen.

 

Herzinfarkt

Erkennungsmerkmale:

  • Starke Schmerzen in der Brust
  • Ausstrahlung der Schmerzen in den linken Arm, die Schulter, den Unterkiefer und den Oberbauch
  • Patient ist unruhig bis hin zur Todesangst
  • Übelkeit, Erbrechen und Kaltschweißigkeit
  • Puls ist schwach, manchmal unregelmäßig
  • Blutdruck ist gesenkt
  • Unterschiedliche Ausprägung der Symptome je nach Stärke des Herzinfarktes
  • Schlimmstenfalls Herz-Kreislaufstillstand oder Bewusstlosigkeit mit Atmung

Maßnahmen:

  • Bei Herz-Kreislaufstillstand sofort mit Herz-Lungen-Wiederbelegung beginnen
  • Sofort Rettungsdienst und Notarzt benachrichtigen
  • Wenn Patient ansprechbar: schonend und bequem mit erhöhtem Oberkörper hinlegen
  • Enge Kleidung öffnen
  • Patienten abschirmen und für Ruhe sorgen
  • Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ständig betreuen und überwachen

 

Insektenstiche

Vor allem in den Sommermonaten besteht die Gefahr von Insekten gestochen zu werden. Besonders gefährlich sind Insektenstiche während des Essens und/oder Trinkens im Mund-Rachen-Raum. Der Giftstoff sorgt dabei für eine heftige Schwellung innerhalb kürzester Zeit. Atemwege können dabei eingeengt werden und es besteht für Allergiker Lebensgefahr.

Erkennungsmerkmale:

  • Plötzlich einsetzende Atemnot nach Essen oder Trinken im Freien
  • Schmerzen, Rötung und zunehmende Schwellung
  • Große Aufregung und Erstickungsangst

Maßnahmen:

  • Bei Stichen im Mund-Rachen-Raum: schnellstens Notruf absetzen
  • Kühlen von außen mit Eisbeuteln, Kühlpacks oder kalten Umschlägen
  • Kühlen von innen durch Lutschen von Eiswürfeln oder Speiseeis
  • Bei Bewusstlosigkeit und vorhandener Atmung: Seitenlage
  • Bei Bewusstlosigkeit ohne Atmung: Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen
  • Stiche am Körper ebenfalls kühlen mit Kühlpacks oder kalten Umschlägen
  • Je nach Reaktion des Betroffenen (z. B. allergische Reaktion) weitere Maßnahmen ergreifen wie bei Stich in den Mund-Rachen-Raum
  • Innere Kühlung entfällt

 

Knochenbrüche

Bei Knochenbrüchen unterscheidet man grundsätzlich zwischen offenen und geschlossenen Brüchen. Bei geschlossenen Brüchen bleibt die Haut unverletzt. Bei offenen Brüchen entsteht durch das Durchstoßen eines Knochenteils eine sichtbare Hautwunde. Aus der Wunde können Teile des Knochens heraustreten, meistens ist jedoch nur eine kleine, leicht blutende Wunde sichtbar. In diesem Fall besteht eine hohe Infektionsgefahr. Daher ist der offene Knochenbruch frühzeitig steril abzudecken.

Erkennungsmerkmale:

  • Eventuell sichtbare Knochenteile, die aus der Wunde ragen
  • Fehlstellungen der betroffenen Extremität
  • Abnorme Beweglichkeit
  • Starke Schmerzen, Anschwellen, Schonhaltung und Funktionseinschränkungen

Maßnahmen:

  • Offene Knochenbrüche werden wegen der Infektionsgefahr sofort keimfrei abgedeckt
  • Bei geschlossenen Brüchen wird das Kühlen der verletzten Region ohne Druck als schmerzlindernd empfunden. Außerdem wirkt es einer entstehenden Schwellung entgegen.
  • Bruchstelle über die angrenzenden Gelenke mit weichem Material abpolstern und ruhig stellen (z.B. mit Decken, Taschen, Kleidungsstücken, Kissen oder einem Dreiecktuch).
  • Unterstützen Sie die Schonhaltung des Verletzten bzw. lagern Sie ihn nach eigenem Wunsch.
  • Decken Sie den Verletzten zu und beruhigen Sie ihn bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

Ergänzende Maßnahmen bei Brüchen der Wirbelsäule:

Bei Knochenbrüchen im Wirbelsäulenbereich besteht die besondere Verletzungsgefahr des Rückenmarks, das im Wirbelkanal verläuft. Dadurch kann es zu Einschränkungen der Beweglichkeit und des Gefühls oder zu Lähmungserscheinungen kommen.

  • Sofort Notruf absetzen
  • Den Verletzten in der vorgefundenen Lage ruhigstellen und durch Umpolsterung abstützen.
  • Den ganzen Körper möglichst nicht bewegen. Der Verletzte darf auf keinen Fall aufstehen.
  • Aber: Bei bewusstlosen Personen haben lebensrettende Sofortmaßnahmen wie Seitenlage, Herz-Lungen-Wiederbelebung Priorität!

Ergänzende Maßnahmen bei Schädelbrüchen:

Die Bandbreite von Schädelverletzungen reicht von einer leichten Gehirnerschütterung bis hin zum Schädel- oder Schädelbasisbruch. Eine genaue Differenzierung ist für den Ersthelfer meist nicht möglich. Bei schweren Kopfverletzungen ist immer mit einer Bewusstlosigkeit zu rechnen.

Ergänzende Maßnahmen bei Rippenbrüchen und Brustkorbverletzungen:

Brüche einzelner Rippen sind meist relativ harmlos, jedoch äußerst schmerzhaft. Neben dien z.T. erheblichen Schmerzen beim Atmen, gehören eine rasch zunehmende Atemnot und Schocksymptome zu den Hauptanzeichen für einen Rippenbruch. Wird durch einen Unfall allerdings die Lunge verletzt, besteht Lebensgefahr.

  • Der Verletzte sollte atemerleichternd mit etwas erhöhtem Oberkörper gelagert werden. Berücksichtigen Sie aber auch den Lagerungswunsch des Verletzten.
  • Rufen Sie schnellstens den Rettungsdienst.

Ergänzende Maßnahmen bei Gesichtsverletzungen:

Nach unglücklichen Stürzen auf das Gesicht kann es zu starken Blutungen im Gesichtsbereich kommen. Dabei besteht immer die Gefahr, dass Blut in den Mund- und Rachenraum fließt und der Verletzte daran ersticken könnte.

  • Sorgen Sie dafür, dass das Blut nach außen abfließen kann. Legen Sie den Verletzten auf den Bauch, den Kopf am besten auf die verschränkten Arme.
  • Achten Sie darauf, dass die Atemwege frei bleiben.

 

Muskel-, Sehnen- und Bänderverletzungen

Muskelverletzungen unterteilt man in Zerrungen (Überdehnung der Muskelfasern), (Faser-) Risse (Zerreißen einzelner Muskelfasern oder ganzer Stränge) und Prellungen, auch ‚Pferdekuss‘ genannt (Weichteilquetschung häufig mit Bluterguss).

Während Zerrungen und Risse in der Regel durch ungewohnte Belastungen oder Überbeanspruchung entstehen, tritt die Prellung in den unterschiedlichsten Lebenssituationen auf. Sie ist zwar schmerzhaft, aber relativ ungefährlich. Sehnenabrisse können zuzüglich zu den starken Schmerzen und der Schwellung eine Unbeweglichkeit oder eine Fehlstellung der betroffenen Stelle zur Folge haben.

Bänderverletzungen treten häufig kombiniert oder als unmittelbare Folge von Gelenkverletzungen auf. Formal unterscheidet man dabei zwischen Dehnungen, Anrissen und Abrissen. Symptome sind starke Schmerzen und Schwellungen, wobei die Größe der Schwellung nichts über die Schwere der Verletzung aussagt. Auch hier kann nur der Arzt eine exakte Diagnose stellen.

Maßnahmen:

  • Legen Sie an der verletzten Stelle nach Möglichkeit einen kühlenden Verband an. Dazu wird ein in Eiswasser getränkter Schwamm auf die Haut gelegt, der mit einer ebenfalls gut gekühlten elastischen Binde fest umwickelt wird.
  • Den betroffenen Bereich möglichst nicht mehr belasten, ruhig stellen und erhöht lagern.

 

Nasenbluten

Erkennungsmerkmale:

  • Person blutet aus der Nase, zum Teil auch aus nicht erkennbarem Grund

Maßnahmen:

  • Person vorgebeugt hinsetzen, den Kopf auf die Hände stützen lassen
  • Kalte Umschläge in den Nacken legen
  • Auf keinen Fall Mull oder Kompressen in die Nase stecken
  • Bei starker Blutung Person auf den Bauch legen und den Kopf mit der Stirn auf den Händen ablegen
  • Person zudecken und betreuuen bis Nasenbluten aufhört
  • Bei starkem und anhaltendem Nasenbluten den Rettungsdienst (Telefon: 112) verständigen

 

Schlaganfall

Erkennungsmerkmale:

  • Kopfschmerzen, evtl. mit Nackensteifigkeit
  • Schwindelgefühl – Übelkeit – Erbrechen
  • Meist einseitige Lähmung im Gesicht: hängender Mundwinkel und/oder Lähmungen einer Körperseite
  • Sprachstörungen – Schluckbeschwerden – Sehstörungen
  • Einnässen – Einkoten
  • Evtl. kommt es zu Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit
  • Evtl. kommt es zu Atem- und Kreislaufstörungen

Maßnahmen:

  • Alle auch flüchtigen Anzeichen ernst nehmen
  • Notruf 112
  • Betroffenen betreuen
  • Ständig die Vitalfunktionen überprüfen
  • Bei Ansprechbarkeit der Person, Lagerung mit um 30° erhöhten Oberkörper
  • Gelähmte Extremitäten abpolstern
  • Weitere Maßnahmen nach Notwendigkeit

 

Schock

Der Schock ist eine lebensbedrohliche Störung des Kreislaufes. Er beruht auf einem Missverhältnis zwischen dem normalerweise benötigten Blutvolumen und der im Kreislauf tatsächlich zirkulierenden Blutmenge. Durch den Blutverlust bei großen Verletzungen kann das Herz den Körper, besonders den Kopf und die lebenswichtigen Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen. Dadurch verengen sich die äußeren, peripheren Blutgefäße. Es kommt zur Zentralisation (Durchblutung der lebenswichtigen Organe).

Erkennungsmerkmale:

  • Die Haut des Verletzten ist kalt und blass.
  • Der Betroffene zittert und friert.
  • Durch Störungen des vegetativen Nervensystems kommt es zu kalten Schweißausbrüchen.
  • Der Verletzte neigt zu eher ungewöhnlichem Verhalten, wie Unruhe, Angst oder Starre. Er wird zunehmend teilnahmsloser bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Maßnahmen:

  • Blutstillung
    Mit der Blutstillung wird die Ursache des Blutvolumenmangelschocks bekämpft. Eine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustandes wird damit verhindert.
  • Schocklage
    Zur Schocklagerung die Beine 30-40 cm über Kopfniveau lagern. So fließt das Blut leichter aus den Beinen in den Rumpf zurück und unterstützt damit die Zentralisierungsmaßnahmen des Körpers. Wichtig: Beine nicht hochlagern bei Becken- und Beinbrüchen, Schädelverletzungen, Verletzungen des Bauch- oder Brustraums.
  • Eigenwärme erhalten
    Durch Zudecken wird das Auskühlen des Verletzten verhindert. Nicht weiter erwärmen, damit sich die Blutgefäße nicht erwärmen und damit der Zentralisation nicht entgegen zu wirken.
  • Psychische Betreuung
    Schirmen Sie ängstlichen und unruhigen Schockpatienten vor Unruhe ab, beruhigen Sie ihn und spielen Sie die Unfallfolgen herunter. Lassen Sie ihn auf keinen Fall allein.
  • Kontrolle der Vitalfunktionen (allgemeine Lebenszeichen)
  • Verboten sind: Rauchen (Gefäßverengung), Alkohol (Gefäßerweiterung) und Nahrungsaufnahme (Komplikation bei einer möglichen Narkose, Erbrechen)
  • Schockpatienten nicht bewegen bis zum Eintreffen des Notarztes. Keinen Behelfstransport wegen der Gefahr eines Transporttraumas.

 

Sonnenstich

Erkennungsmerkmale:

  • Person hat einen hochroten Kopf (nach Aktivitäten in der Sonne)
  • Person klagt über Schwindel, Kopfschmerzen und Nackensteifikeit
  • Übelkeit und Erbrechen

Maßnahmen:

  • Person in den Schatten bringen
  • Flach hinlegen mit erhöhtem Kopf/Oberkörper
  • Kopf mit feuchten, kalten Tüchern oder Kühlpacks kühlen
  • Hilfestellung bei Erbrechen
  • Kühle Getränke reichen (keinen Alkohol!)
  • Bei Bewusstlosigkeit Notruf absetzen und die Person in die stabile Seitenlage bringen

 

Stabile Seitenlage

Die stabile Seitenlage kommt zum Einsatz, wenn eine Person bewusstlos ist. Zudem muss die Atmung noch funktionieren, sonst sind lebensrettende Maßnahmen das erste, was durchzuführen ist.

Prinzipiell ist egal, auf welche Seite eine bewusstlose Person gedreht wird, außer bei Schwangeren. Hier ist es wichtig, dass die Schwangere auf die linke Seite, die Herzseite gelegt wird und ein Kissen unter die Hüfte. Dadurch wird die hintere Hohlvene entlastet werden. Bei Hochschwangeren liegt das Ungeborene schon auf dieser Hohlvene und verursacht dadurch ggf. die Ohnmacht.

Ist eine Person verletzt wird sie auf die weniger verletzte Seite gelegt, um die verletzten Stellen zu schonen und für die Rettungskräfte erreichbarer zu machen.

Maßnahmen:

  • seitlich neben dem Bewusstlosen hinknien
  • die Beine der Person ausstrecken
  • den nahen Arm angewinkelt nach oben legen
  • den fernen Arm angewinkelt über die Brust legen und die Handaußenfläche an die Wange legen und festhalten
  • das ferne Bein anwinkeln und mit dem fernen Bein die Person zu sich auf die Seite drehen.
  • das angewinkelte Bein etwas vom Körper abrücken, um die Lage zu stabilisieren
  • den Kopf nach hinten drehen, um die Atemwege frei zu halten.
  • die Hand an der Wange so ausrichten, dass die Atemwege weiter frei bleiben
  • Notruf absetzen unter 112
  • den Betroffenen zudecken, z. B. mit der Rettungsdecke aus dem Verbandskasten
  • bei dem Betroffenen bleiben und regelmäßig die Bewusstsein und Atmung prüfen
  • beruhigen, betreuen, trösten bei Erwachen aus der Bewusstlosigkeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte

 

Stromunfälle

Haushaltsgeräte, kleinere Maschinen u.ä. werden über Niederspannung, sogenannten Haushaltsstrom, versorgt. Beim Berühren einer elektrischen Leitung, z.B. an einem defekten Stromkabel, wird der menschliche Körper in den Stromkreis einbezogen. Bei größeren Stromstärken kommt es zu Verbrennungen an den Ein- und Austrittsstellen des Stromes.

Da die Muskulatur auf den Strom mit z.T. heftigen Verkrampfungen reagiert, kann sich der Betroffene meist nicht selbst von der Stromquelle befreien.

Bei Stromunfällen im Hochspannungsbereich ist schon allein eine Annäherung an den Verletzten gefährlich, da der Strom übergreifen kann. Die Rettung sollte nur durch Personen erfolgen, die mit Hochspannungsanlagen vertraut sind.

Erkennungsmerkmale:

  • Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Betroffener hält Stromleiter krampfhaft fest
  • Verbrennungen bis hin zu Verkohlungen
  • Atemstillstand oder Herz-Kreislaufstillstand möglich

Maßnahmen:

  • Unbedingt Eigenschutz beachten!
  • Unterbrechung des Stromkreises (Abschalten des Gerätes, Abschalten der Sicherung, benutzen Sie dazu nichtleitendende Materialien: Holz, dicke Zeitung)
  • Absetzen des Notrufes
  • Kontrolle von Atmung und Bewusstsein
  • Bei Bewusstlosigkeit mit Atmung: Person in die stabile Seitenlage bringen und zudecken
  • Brandwunden mit keimfreien Abdeckungen versehen
  • Bei Bewusstlosigkeit ohne Atmung mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen

 

Unterkühlung

Unterkühlungen entstehen meist nach Ski- oder Bergunfällen mit Verletzungen oder bei Sturz in kaltes Wasser.

Erkennungsmerkmale:

  • Person ist unterkühlt, friert und zeigt Kältezittern
  • Schmerzen vornehmlich an Händen, Füßen und Knien
  • Atmung und Kreislauf sind gesteigert
  • Bei leichter Unterkühlung ist der Betroffene bei Bewusstsein

Maßnahmen:

  • Person ansprechen und über alle Maßnahmen informieren
  • Unterkühlten in eine Rettungsdecke wickeln, Silberseite innen und Decken o.ä. zum Wärmen verwenden
  • Person an einen warmen Ort bringen und den Unterkühlten dabei möglichst wenig bewegen
  • Langsam erwärmen, dazu kalte, nasse Kleidung anlassen und trockene, warme Kleidung drüberziehen, bzw. einwickeln
  • Warme, gezuckerte Getränke z. B. Tee zu trinken geben
  • Keinen Alkohol geben!
  • Atmung und Körpertemperatur beobachten
  • Erneute Kälteeinwirkung vermeiden
  • Rettungsdienst verständigen: Notruf 112

 

Verätzungen

Verätzungen betreffen die Haut, die Augen und den Magen-Darm-Trakt. Sie sind in der Schwere abhängig von der Konzentration, der Art, der Menge der Chemikalien und der Einwirkzeit.

Maßnahmen bei Verätzungen der Haut:

  • Entfernen Sie komplett die verätzten Kleidungsstücke und beachten Sie dabei den Eigenschutz.
  • Spülen Sie die betroffene Stelle mit fließendem Wasser gründlich aus. Achten Sie darauf, dass beim Ausspülen nichtbetroffene Hautregionen verschont bleiben.
  • Verbinden Sie die Wunde mit keimfrei.
  • Setzen Sie den Notruf ab.

Maßnahmen bei Verätzungen der Augen:

  • Der Helfer spült das betroffene Auge mit Wasser. Wichtig dabei: Das Auge wird immer von innen nach außen gespült.
  • Verbinden Sie im Anschluss beide Augen mit einem keimfreien Tuch.
  • Setzen Sie den Notruf ab.

Maßnahmen bei Verätzungen des Magen-Darm-Trakts:

  • Um verätzte Speisewege zu spülen und die Chemikalien zu verdünnen, geben Sie dem Betroffenen sofort Wasser oder Tee in kleinen Mengen zu trinken.
  • Bringen Sie den Verletzten nicht zum Erbrechen, die sich die Verätzung ansonsten wiederholt.
  • Setzen Sie den Notruf ab.

 

Die Gefahr von Vergiftungen und Verätzungen besteht im Haushalt hauptsächlich für Kinder, aber auch für Erwachsene. Einen hundertprozentigen Schutz vor Unfällen gibt es nicht – egal für wen. Jedoch kann man im Haushalt die Gefahren verringern, in dem man giftige und ätzende Stoffe besonders verschlossen und für Kinder unzugänglich aufbewahrt.

 

Verbrennungen

Erkennungsmerkmale:

  • Person war in Kontakt mit heißen Gegenständen, Flüssigkeiten, Dämpfen, Gasen oder offenem Feuer
  • Verbrennungen aller Grade verursachen brennende, ziehende Schmerzen
  • Die Hautstellen sind gerötet und zeigen eine geringe Schwellung (Verbrennung 1. Grades)
  • Die Hautstellen sind deutlich gerötet und bilden bereits Blasen (Verbrennung 2. Grades)
  • Die Hautstellen sind grau-weiß bis hin zur Verkohlung, schwarz (Verbrennung 3. Grades)
  • Verbrennungen führen zu Durchblutungsstörungen
  • Große bzw. starke Verbrennungen können einen Schock auslösen aufgrund des Flüssigkeitsverlustes

Maßnahmen:

  • brennende Personen sofort löschen mit Wasser, Flammen mit einer Decke o.ä. ersticken, die Person auf dem Boden wälzen oder mit dem Feuerlöscher löschen (nicht ins Gesicht sprühen)
  • bei Verbrühungen nasse Kleidung sofort entfernen, wenn dies problemlos möglich ist
  • bei mittleren bis starken oder großflächigen Verbrennungen sofort einen Notruf absetzen
  • verbrannte Körperteile mit fließendem, handwarmen Wasser maximal 10 Minuten kühlen
  • Verbrennungen im Gesicht mit feuchten Tüchern kühlen
  • Nicht Kühlen, wenn die Verbrennung größer als eine DIN A 4-Seite ist, bei Kindern nicht größer als eine Fingerkuppe
  • Zu kaltes Wasser und zu lange Kühlung sorgen für eine Auskühlung der Person, deshalb die Person warm halten (in Rettungsdecke hüllen)
  • Brandblasen nicht öffnen, nur steril abdecken
  • Keine Hausmittel, wie das Auftragen von Mehl, Öl, Cremes oder Fett verwenden
  • verbrannte Körperteile steril abdecken (ohne Druck) und Verband an den unverletzten Stellen der Haut befestigen
  • Person betreuen, Bewusstsein und Atmung regelmäßig prüfen und auf den Rettungsdienst warten

 

Vergiftungen

Gifte können über verschiedene Wege in den Körper gelangen: durch die Nase und die Atemwege (Gase, Dämpfe von Lacken und Lösungsmitteln, etc.), über den Mund in den Magen-Darm-Trakt (Alkohol, Medikamente, verdorbene Lebensmittel, giftige Pflanzen, etc.), über die Haut (Kontaktgifte, Säuren, Laugen, etc. siehe auch Verätzungen) und über den Blutkreislauf (Injektionen, Tierbisse, etc.).

Gifte führen immer zu einer Schädigung des gesamten Organismus. Daher sind Hinweise von Augenzeugen besonders wichtig, aber auch Medikamente, Behälter und Giftreste in der Umgebung des Verletzten können hilfreiche Tipps geben. Sie sollten auf jeden Fall berücksichtigt werden.

Erkennungsmerkmale:

  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Bauchschmerzen oder Krämpfe
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Eventuell Atemstillstand bis hin zum Herz-Kreislauf-Stillstand

Maßnahmen:

  • Unbedingt den Eigenschutz beachten! (z. B. bei Gasen, Dämpfen, Säuren, usw.)
  • Bei giftigen Dämpfen und Gasen: Retten aus dem Gefahrenbereich (Eigenschutz beachten, Elektroschaltungen vermeiden)
  • Absetzen des Notrufs (Giftnotrufzentrale)
  • Sicherstellen möglicher Giftreste
  • Keine Milch zum Trinken geben!!!
  • Das Auslösen von Erbrechen nicht herbeiführen und keine Kohletabletten verabreichen!

 

Jeder kann helfen … auch Du!  Grünes Pflaster